Das innere Kind

Vielleicht hast du es bisher erfolgreich ignoriert, vielleicht beschäftigst du dich aber auch schon länger damit. Vielleicht geht es dir so gut, dass es einfach nur friedlich in deinen Erinnerungen ruht. Vielen geht es allerdings nicht so. Die perfekte Kindheit haben wohl die wenigsten erlebt. So bleibt in einem das Kind, welches man einst war, erhalten. Mit all seinen Zurückweisungen, Entbehrungen sowie unerfüllten Wünschen und Träumen. Natürlich auch mit den schönen Momenten von Wärme und Unbeschwertheit, wie auch kindlicher Freude.

Es kommt auf die Erfahrungen an, die man gemacht hat, welche Schattierung das Kind in einem hat. Zudem kommt es auf die Akzeptanz der damaligen Umgebung an, ob es jemandem leicht fällt mit diesem zeitversetzten Spiegel in Kontakt zu treten. Mir scheint es, als wenn die meisten ihr inneres Kind einfach begraben unter dem Deckmantel des Erwachsenseins. Zum Leidwesen aller Beteiligten bleibt das allerdings nicht selten ohne Nebenwirkungen. Irgendwo finden diese Persönlichkeitsanteile immer ein Ventil, und praktischerweise in den am wenigsten angebrachten Situationen. Eltern reagieren patzig auf ihre Kinder, Angestellte lassen sich von ihren vorgesetzten ohne Gegenwehr schickanieren, in der Partnerschaft schreit man sich wegen jeder Kleinigkeit an. Ein Großteil dieser Verhaltensweisen sind Gewohnheiten, die von klein auf gelernt sind. Strategien, die vielleicht damals geholfen haben mit bestimmten Dingen fertig zu werden. Wenn diese Dynamik aus der Vergangenheit allerdings auf ein heutiges Geschehnis Einfluss hat, sollte man selbstkritisch sein. Die jetzigen Akteure im Leben mögen der Auslöser dafür sein, dass man erinnert wird und dementsprechend ähnlich agiert, für Außenstehende erscheint die Reaktion aber meistens vollkommen überdimensioniert und selten nachvollziehbar. Hier sollte man sich auf das Hier und Jetzt konzentrieren, um den Kreislauf zu durchbrechen.

Als Erwachsener ist man selbst für sein Glück verantwortlich und sollte es nicht von äußeren Faktoren abhängig machen, die man nicht beeinflussen kann.

Erst wenn man in sich geht und seine Bedürfnisse und Wünsche ernst nimmt, sowie entsprechend handelt, kann man seinen Frieden mit dem machen was war oder nicht war.
Das innere Kind braucht an manchen Tagen mehr Aufmerksamkeit als an anderen, und man sollte nicht genervt davon sein, sondern ihm einfach die Fürsorge und Akzeptanz schenken, die es ja immer nur haben wollte.

Hand in Hand, nicht gegeneinander, denn ihr seid eins.

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